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Lesetipp Mai 2019

„Der Honigbus“ von Meredith May

 

Das Thema Bienen ist in aller Munde. Nun schon wieder ein Roman über diese Tiere. Aber der Autorin ist es gelungen, eine Mischung aus Autobiografie, Sachbuch und Roman mit großem Können in klarer und dennoch bildlicher Sprache zu schreiben.

Die Geschichte der kleinen Meredith wird erzählt. Sie ist erst fünf, als sich ihre Eltern trennen und ihre Mutter sich von ihr zurückzieht und sich nicht mehr wegen ihrer Depressionen um die Tochter kümmern kann und will. Ihr Großvater nimmt sie auf. Dieser ist Imker. Er, seine Bienen und ein rostiger alter Bus geben dem Mädchen Halt. Bei dem Großvater findet sie Liebe und Betreuung und lernt viel über Bienen, über ihre Gemeinschaft, ihre Verhaltensweisen, die Stärke eines Bienenstocks und die Imkerei. Die Bienen lehren sie, anderen wieder zu vertrauen, mutig zu sein und ihren eigenen Weg zu gehen.

"Der Honigbus" ist eine lesenswerte Geschichte über das Leben und die Weisheiten der Natur.


 

 

Lesetipp Februar 2019

„Schweigend steht der Wald“ von Wolfram Fleischhauer


Ausgerechnet in jene entlegene Gegend, wo sie als Kind mit ihren Eltern die Urlaubszeit verbracht hat, verschlägt es die Forststudentin Anja Grimm, um einen Praktikumsplatz anzutreten. Im tiefsten Wald Deutschlands. Und dort verschwand ihr Vater vor zwanzig Jahren bei einer Wanderung.

Einen Tag nach Anjas Ankunft wird im selben Waldstück der geistig zurückgebliebene Xaver Leybach erhängt aufgefunden. Anja hegt den Verdacht, dass Xaver irgendetwas über das Verschwinden ihres Vaters gewusst haben könnte. Aber nicht nur die Bauern und Dorfbewohner begegnen ihr sehr feindselig, sondern auch die Polizei reagiert zurückhaltend auf ihre Nachfragen zum Verschwinden ihres Vaters und die bis jetzt zu keinem Ergebnis führenden Ermittlungen.

Nach und nach begreifen die Bewohner des kleinen Ortes, dass Anja nicht zufällig hierhergekommen ist. Als erkennbar wird, dass Anja im Wald gewisse Dinge ‚lesen‘ kann, müssen entsetzliche Entscheidungen getroffen werden.

Hier ist nichts traulich und hold: gruselige Höfe, Vetternwirtschaft in der Dorfgemeinschaft und brauner Sumpf, atmosphärisch dicht erzählt.


 

„Die Suche“ von Charlotte Link

 

In ihrem neuesten Krimi führt Charlotte Link ihre Leser zurück nach Scarborough. Detective Sergeant Kate Linville von Scotland Yard, die bereits bekannt ist aus „Die Betrogene“, verschlägt es dorthin zurück, um ihr Elternhaus, in dem ihr Vater gestorben ist, zu verkaufen. Sie wird in einen neuen schrecklichen Fall hineingezogen.

Die Leiche der ein Jahr zuvor verschwundenen 14-jährigen Saskia Morris wird in den Hochmooren gefunden. Die ebenfalls 14-jährige Amelie Goldsby wird kurze Zeit später auch vermisst. Die Polizei vermutet, dass es sich in beiden Fällen vielleicht um denselben Täter handelt. Die Medien sprechen schnell von dem Hochmoor-Killer und erhöhen somit den Ermittlungsdruck auf Detective Chief Inspector Caleb Hale.

Kate Linville, die zufällig bei den Eltern von Amelie ein Zimmer gemietet hat, wird unfreiwillig zur Ermittlerin in diesen Fällen und soll mit Caleb Hale nun zusammen arbeiten. Doch mit diesem verbindet sie seit ihrem letzten Zusammentreffen eine besondere Beziehung. Sie hat sich in ihren Kollegen verliebt, aber er scheint dies nicht zu erwidern. Wird Kate trotz dieser Gefühlswirrungen versuchen, mit Caleb den Fall um die verschwundenen Mädchen zu lösen? Das Drama nimmt seinen Lauf, als plötzlich wieder ein Mädchen spurlos verschwindet.

 

Erneut führt Charlotte Link ihre Leser in tiefe menschliche Abgründe und nervenaufreibende Ermittlungen.

Lesetipp Dezember 2018
 „Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen“ von Petra Hülsmann


Für die beliebte Musiklehrerin Annika Paulsen läuft es plötzlich nicht mehr so gut, wie sie es gewohnt ist. Sie wird aus heiterem Himmel und zu ihrem Entsetzen von ihrer Traumschule im Hamburger Elbvorort an eine ihrer Meinung nach Albtraumschule in einem absoluten Problembezirk versetzt.

Die Schüler dieser Schule sind mehr an YouTube als an Hausaufgaben interessiert. Annika gründet eine Musical-AG, aber es stellt sich leider heraus, dass die Teilnehmer völlig talentfrei sind. Aber wenn’s einfach wär, würd’s schließlich jeder machen.

Annika gibt nicht auf. Sie wendet sich hilfesuchend an Tristan, ihre erste große Liebe und inzwischen Regisseur. Doch von nun an spielt sich das Theater mehr vor als auf der Bühne ab, und das Chaos geht erst richtig los.

 

Dieser Roman trifft mitten ins Herz und auf die Lachmuskeln der Leser!


 

 

 

 

lesetipp Spetember 2018

„Der erste Tag vom Rest meines Lebens“ von Lorenzo Marone


Cesare Annunziata ist 77 Jahre alt, Witwer und hat zwei erwachsene Kinder. Er findet alte Menschen furchtbar. Sie jammern, sabbern, sind ängstlich, riechen mitunter streng und müssen ständig aufs Klo. Cesare ist oft schlecht gelaunt, verhält sich wie ein Rüpel, geht regelmäßig zu einer Prostituierten, hat ein Mundwerk wie ein Hafenarbeiter, und sein alter Körper widert ihn an. Er ist vom Leben enttäuscht, und seine Ironie und sein Sarkasmus kommen bei seinen Mitmenschen nicht gut an. Sein Sohn ist schwul und seine Tochter hat eine Affäre mit einem älteren Mann.

Doch dann zieht die junge Emma mit ihrem Mann in die Nachbarwohnung ein. Irgendetwas stimmt nicht mit diesem jungen Paar. Cesare bekommt mit, dass der junge Ehemann Emma schlägt. Und nun mischt Cesare sich ein! Was er eigentlich schon häufiger in seinem Leben hätte tun sollen. Er hat wieder Mut zu kämpfen. Für seine traurige Nachbarin, für die Liebe, für das Glück, am Leben zu sein. Er mobilisiert seine beiden Freunde Marino, ein Opi, der in seinem Fernsehsessel festklebt, und Eleonora, die Katzenlady, die bis zum Himmel stinkt, und schreibt dem Schläger einen Drohbrief. Und das ist nur der Anfang…


 

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